Pressemitteilung

Apenrade, 8. Juli 2026

Der Deutsche Schul- und Sprachverein für Nordschleswig blickt nach vorn: Mit einem Strategieprozess will der Bildungsverband seine Rolle innerhalb der deutschen Minderheit weiterentwickeln. 

Welche Rolle soll der DSSV künftig für die deutsche Minderheit spielen?

Mit dieser zentralen Fragestellung beschäftigten sich Vertreterinnen und Vertreter aus den Bereichen Kindergarten, Schule und Gymnasium sowie aus den Gremien des Deutschen Schul- und Sprachvereins (DSSV) bei einem Strategieworkshop am 11. Juni.
Moderiert und dokumentiert wurde die Veranstaltung von Kirsten von Wildenrath, Partnerin und strategische Beraterin der Kommunikationsagentur Kalb in Lügumkloster. Als Expertin für Veränderungsprozesse und Markenkommunikation begleitet sie seit vielen Jahren Organisationen aus dem Kultur- und Bildungsbereich.

Ziel des Workshops war es, eine gemeinsame Grundlage für die Weiterentwicklung der strategischen Ausrichtung des DSSV zu schaffen. Im Mittelpunkt standen dabei nicht konkrete Entscheidungen, sondern der Austausch unterschiedlicher Perspektiven sowie die gemeinsame Reflexion über Stärken, Herausforderungen und zukünftige Aufgaben der Organisation.

Zentrale Erkenntnisse
Im Verlauf des Workshops kristallisierten sich fünf wesentliche Erkenntnisse heraus, die als Grundlage für die weitere strategische Arbeit dienen sollen.

Die Teilnehmenden machten deutlich, dass der DSSV weit über seine Rolle als Träger von Kindergärten, Schulen und Gymnasien hinaus wahrgenommen wird. Er wird als wichtiger Bestandteil der deutschen Minderheit und als prägende Gemeinschaft verstanden, die Identität, Sprache und Zusammenhalt fördert.
Einigkeit bestand auch darüber, dass Bildung weit mehr bedeutet als die Vermittlung von Wissen. Der DSSV begleitet Kinder und Jugendliche auf ihrem persönlichen Entwicklungsweg, stärkt ihre Identität und bereitet sie auf das Leben in einer zweisprachigen und bikulturellen Gesellschaft vor.

Als eine der größten strategischen Stärken des DSSV wurde die durchgängige Bildungskette vom Kindergarten über die Schule bis zum Gymnasium hervorgehoben. Sie schafft Kontinuität und ermöglicht einen gemeinsamen pädagogischen Weg über viele Jahre hinweg.

Für die Hauptvorsitzende des DSSV, Kerstin Jürgensen, war dies auch eine der wichtigsten Erkenntnisse des Workshops:

„Es hat mich besonders gefreut, dass der Kindergarten-, Schul- und Gymnasiumbereich bereits in vielerlei Hinsicht als zusammenhängende Bildungsreise gedacht werden. Darauf können wir aufbauen. Nun gilt es, unsere Kommunikation zu verbessern und unser Profil weiter zu schärfen. Der Workshop hat für mich deutlich gezeigt: Gemeinsam sind wir stark! Der DSSV bietet eine durchgängige Bildungsreise – vom Kindergarten bis zum Abitur – und das zweisprachig. Dieses besondere Profil sollten wir selbstbewusst nach außen tragen.“

 

 

Die Diskussionen zeigten, dass die größten Herausforderungen vor allem auf strategischer Ebene liegen. Genannt wurden insbesondere die demografische Entwicklung, wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Gewinnung von Kindern und Mitarbeitenden, die Kommunikation und Sichtbarkeit des DSSV sowie eine klare Rollenverteilung innerhalb der Organisation.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Erwartung, dass der DSSV künftig eine noch sichtbarere Rolle innerhalb der deutschen Minderheit einnimmt. Neben der Sicherung hochwertiger Bildungsangebote wünschen sich die Beteiligten eine stärkere Mitgestaltung gemeinsamer Entwicklungen sowie eine engere Zusammenarbeit innerhalb des DSSV und mit anderen Organisationen der Minderheit.

Auftakt für den weiteren Strategieprozess

Die Ergebnisse des Workshops sollen nicht nur in die zukünftige Strategie des DSSV einfließen, sondern auch Impulse für den übergeordneten Strategieprozess des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) liefern.
Der Workshop markiert den Beginn eines längerfristigen Entwicklungsprozesses. In einem nächsten Schritt werden die Vorsitzenden der Bereiche Kindergarten, Schule und Gymnasium gemeinsam mit der DSSV-Vorsitzenden und dem Geschäftsführer die gewonnenen Erkenntnisse weiter vertiefen. Es werden auch die Gremien des DSSV und die Mitglieder im weiteren Prozess einbezogen werden. Ziel ist es, eine gemeinsame Mission, Vision und strategische Handlungsfelder für die Zukunft abzuleiten.

Mit Blick auf die kommenden Jahre formuliert Kerstin Jürgensen eine klare Zukunftsvision für den Verband:

„Ich wünsche mir, dass man sagt, dass der DSSV trotz demografischer Entwicklung für alle Eltern sowie Kinder und Schülerinnen und Schüler der deutschen Minderheit attraktiv ist. Ich hoffe, dass unser Bildungsangebot und damit unsere Einrichtungen – Kindergärten, Schulen und das Gymnasium – mit Wertschätzung angenommen und bewusst gewählt werden. Gleichzeitig möchte ich, dass wir durch ein geschärftes Profil ein attraktiver Arbeitgeber bleiben, engagierte Mitarbeitende gewinnen und langfristig qualitativ hochwertige Bildungseinrichtungen auf einem sehr guten Niveau anbieten können. Ebenso wünsche ich mir, dass der DSSV als starker, zentraler und selbstbewusster Verband an der Seite des BDN wahrgenommen wird und die Interessen der Bildung innerhalb der deutschen Minderheit vertritt.“

Die eingebrachten Erfahrungen, Ideen und Perspektiven aus dem Workshop bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung des DSSV. Die Arbeit ist mit dem Workshop nicht abgeschlossen, sondern hat erst begonnen.

Kerstin Jürgensen, Hauptvorsitzende des DSSV
hauptvorsitz@dssv.dk